Häufig gestellte Fragen an Dan Millman

Was ich schreibe, ist nur soweit real und sinnvoll, als ich es auch lebe. Meine Antworten zu der folgenden Auswahl an Fragen können dir einen Einblick in mein Leben geben.

1) Wie wurdest du vom College-Athleten und Trainer zum Autor von Büchern über persönliches und spirituelles Wachstum?

Meine Entwicklung vom Athleten zum Trainer und Autor/Redner ist gar nicht so abwegig. Als junger Sporttrainer entdeckte ich, dass ich es nicht nur liebte, neue Fertigkeiten zu erwerben, sondern diese auch an andere weiterzugeben. Das Schreiben und Vortragen waren natürliche Erweiterungen des Unterrichtens. Ich begann mit dem Schreiben von Artikeln über
das Turnen. Später, als sich meine Interessen ausweiteten (über den athletischen Schauplatz hinaus in den Bereich des menschlichen Leistungsvermögens), wirkte sich das auch auf meine Schreibarbeit aus. In meinem Herzen war ich immer ein Lehrer, daran hat sich nichts geändert. Das Schreiben und das Abhalten von Vorträgen ermöglichen es mir, das, was ich gelernt habe, mit dem Rest der Welt zu teilen.

2) Ich wurde durch „Der Pfad des friedvollen Kriegers“ und „Die Rückkehr des friedvollen Kriegers“ inspiriert – wie aber wendest du diese Lektionen im täglichen Leben an?

Ich schrieb „Der Pfad des friedvollen Kriegers“ und „Die Rückkehr des friedvollen Kriegers“, um einen inspirierenden Denkanstoß über den größeren Plan des Lebens und dessen unerschöpfliches Potential anzubieten. Diese Bücher waren jedoch nicht als praktische Ratgeber für das Leben (oder für die Bereiche Diät, Fasten oder Meditation) vorgesehen.
Ich habe seither eine Vielzahl von Büchern geschrieben, wobei jedes ein Teilchen des Puzzles zum spirituellen Wachstum darstellt - jeweils eine andere Facette des „Pfades des friedvollen Kriegers“. Ich empfehle speziell: „Die universellen Lebensgesetze des friedvollen Kriegers“, „Living on purpose“, „Die Lebenszahl als Lebensweg“ und „Erleuchteter Alltag“ als Leitfäden für eine weise und gute Lebensführung.

3) Ist Socrates, die Person, über die du in „Der Pfad des friedvollen Kriegers“ schreibst, real oder erfunden?

Die Figur Socrates basiert tatsächlich auf einer Begegnung mit einem alten Mann in einer alten Texaco-Tankstelle (an der Ecke von Oxford und Hurst) in Berkeley, Kalifornien, um ca. 3 Uhr einer sternenklaren Nacht. Socrates wurde zum Träger der Überlieferung dessen, was ich von einer Reihe verschiedener Mentoren und Erfahrungen äußerer wie innerer Natur im Laufe meines Lebens gelernt hatte.

4) Sind „Der Pfad des friedvollen Kriegers“ und „Die Rückkehr des friedvollen Kriegers“wahre Geschichten?

„Der Pfad des friedvollen Kriegers“ ist eine Erzählung, die viel autobiografisches Material enthält. Ich absolvierte die University of California, Berkeley, gewann eine Weltmeisterschaft auf dem Trampolin, traf einen Mann, den ich Socrates nannte, brach mir mein Bein, reiste um die Welt, heiratete, bekam eine Tochter, ließ mich scheiden; heiratete Joy (wir sind nun 27 Jahre zusammen und haben zwei erwachsene Töchter). Ich erlebte wirklich ein visionäres „Egosterben“.
„Die Rückkehr des friedvollen Kriegers“ ist im Gegensatz dazu beinahe ganz erfunden.
Mama Chia setzt sich aus verschiedenen Frauen, die ich sehr schätzte, zusammen.
Ich habe „Die Rückkehr“ geschrieben, um die Lehre der drei Selbste und des siebenstöckigen Turmes (Chakras) zu übermitteln, welche gehobene Leitbilder unserer spirituellen Entwicklung darstellen, die vieles über Heilung, Bewusstsein, unsere Psyche und unser Leben aussagen.

5) In deiner Arbeit vermeidest du komplexe Ausführungen zugunsten einer leicht zugänglichen und bodenständigen Vorgangsweise. Hältst du es für möglich, dass die Menschen mit spiritueller Erfahrung deine Arbeit nicht so ernst nehmen könnten?

Eine der landläufigsten Meinungen über das „spirituelle Leben“ besteht darin, dass es verlangt, sein Innerstes darauf auszurichten, nur positive Gedanken und gute Gefühle zu haben. Im Gegensatz dazu konzentrieren sich meine Bücher auf das Verhalten: auf gütiges und mutiges Handeln.
Würde ich aus dem Osten zurückkehren mit einem weißen Bart und dem entsprechenden Gewand -- oder würde ich nach einer Pilgerreise in den Westen als Dr. Phil. zurückkommen, ernst geworden sein, die gebührende Distanz wahren, fernab der Öffentlichkeit und unnahbar sein, oder eine Anhängerschaft um mich scharen--, dann könnte ich bestimmt eine Menge von Suchenden, die einen Elternersatz benötigen, anziehen! Aber ich glaube, es ist meine einfache, alltägliche Menschlichkeit, die mir hilft, Brücken zu bauen.
Ich bin hier, um zu lehren, zu teilen, Menschen an das zu erinnern, was sie bereits wissen aber möglicherweise vergessen haben – nicht um denen zu imponieren, die leicht zu beeindrucken sind. Es ist nicht mein Ziel, andere von meinen Ansichten zu überzeugen – sondern einzig, diese mit Klarheit auszudrücken.
Als ehemaliger Athlet und Trainer ziehe ich Ergebnisse aus der Praxis den abstrakten Philosophien vor. Albert Einstein empfahl: „Mache die Dinge so einfach wie möglich – aber nicht einfacher“. Einfachheit ist nicht so leicht. Es bedeutet eine ziemliche Herausforderung, metaphysische Abstraktionen auf den Boden der Realität zu bringen. Diejenigen, die intellektuelle Ausführungen bevorzugen, können diese anderswo finden.

6.) Du verlangst Geld für deine Seminare – wurdest du jemals dafür kritisiert, spirituelle Lehren zu verkaufen?

Heute versorge ich meine Familie mit Hilfe der Einnahmen durch Bücher und Seminare. Einige Leser (v.a. die jüngeren und idealistischen, die noch keine Erfahrungen mit der Realität der Geschäftswelt, der Versorgung einer Familie und dergleichen gemacht haben), leiden unter einem Konflikt oder einer Verwirrung bezüglich Geld versus Spiritualität, als ob sich diese gegenseitig ausschließen würden. Geld ist weder mein Gott noch mein Teufel, sondern ein natürlicher Teil des Lebens – eine Form der Energie. Wer alleine lebt, braucht weniger Geld, wer Familie hat, braucht mehr davon. Geld ist ein Teil des Lebens, des Handels, des Flusses der Lebensenergie, wie ich es auch im 4. Kapitel des Buches „Erleuchteter Alltag“ – „Der richtige Umgang mit Geld“ beschrieben habe.

7) „Ich bin ein angehender Schriftsteller und würde mir wünschen, dass du mein Werk durchliest und mir deinen Rat gibst.“ Antwortest du auf solche Briefe und Anfragen?

Ich bin hier, um zu helfen. Gleichzeitig jedoch, würde ich alle Anfragen beantworten, hätte ich wohl keine Zeit mehr, Bücher zu schreiben. Jeder von uns ist hier, um seine eigene einzigartige Mission zu erfüllen. Wenn ich nicht selbst gerade mit dem Schreiben beschäftigt bin, stehe ich gern zur literarischen Betreuung zur Verfügung und biete Gedächtnisstützen beim Schreiben an. Ich gebe mein Bestes, kurze Fragen via E-Mail zu beantworten, allerdings ist das aufgrund der vielen Zuschriften leider nicht immer möglich. Die beste Art und Weise, sich meiner als Hilfsquelle zu bedienen, stellen meine Bücher, Tonbänder und Seminare dar.

8) Wie sieht dein tägliches Leben aus?

An einem typischen Tag stehe ich früh auf, mache eine wirksame Vier-Minuten Übungseinheit, die ich „Training des Friedvollen Kriegers“ nenne, gefolgt von 20-30 Minuten Aerobic und/oder leichtem Ausdauertraining, wie Radfahren oder Wandern etc. Nichts heldenhaftes, sondern einfach regelmäßige, moderate Übungen. Dann beginne ich meinen Arbeitstag. Natürlich, wie im Leben eines jeden, muss ich mich verschiedensten Anforderungen und Aufgaben stellen, die Abwechslung in die Routine bringen. Ich habe ähnliche alltägliche Pflichten wie jeder andere auch – Familienangelegenheiten, im Haushalt helfen, Haustiere füttern, denAbfall hinausbringen.

9) Bist du erleuchtet?

Das Leben ist eine Aneinanderreihung von Augenblicken. Es hängt also sehr davon ab, in welchem Moment du mich erwischst. Manchmal verhalte ich mich auf eine erleuchtete Art, mit Klarheit und Mitgefühl, dann wieder weniger. Was ich über mich sage, erscheint belanglos. Aber jeder, der mich im Alltag beobachtet hat, würde voraussichtlich Qualitäten vorfinden, die eine gewisse Reife, Disziplin und Ausgeglichenheit wiederspiegeln. Ich habe nicht alles gemeistert, was ich lehre, aber ich praktiziere ernsthaft und gebe mein Bestes, durch mein Vorbild zu lehren. Ich kann nicht mehr fordern und selbst weniger tun. Meine Frau und Kinder sehen in mir keinen besonderen Lehrer, sondern den Ehemann und Vater mit seinen Eigenheiten und Marotten. Dies scheint mir die realistischere Art und Weise, die Frage, ob ich erleuchtet bin oder nicht, zu beantworten. Letztendlich ist es doch so, dass wir nie wirklich wissen können, zu welchem Grad die anderen erleuchtet sind. Wir können nur beobachten, wie sie sich verhalten – was sie tun.

10) Gehörst du einer bestimmten Religion an?

Meine Großeltern waren russische Juden, aber ich bin nach keiner bestimmten religiösen Schule oder Tradition erzogen worden. Ich musste meine eigene spirituelle Verbindung finden. Ich habe großen Respekt vor dem Herzstück jeder Religion. Ich begrüße alle transzendenten Lehren. Religion ruft uns zu unseren höchsten Idealen und weist uns auf das Licht und das Zentrum der Schöpfung hin.

11) Fühlst du dich als Teil der sogenannten „New Age“-Bewegung?

Die Medien bezeichnen mich manchmal als „New Age“ Lehrer. Ich hatte nie etwas mit dieser verallgemeinernden Kategorie im Sinn, die alles Mögliche mit Ausnahme der etablierten Weltreligionen, der Psychologie oder Philosophie zu beinhalten scheint. So werden meine Bücher in den Bücherregalen zu positivem Denken, Mystik, alternativen Heilmethoden, Okkultismus, der Macht des Unterbewusstseins, Affirmationen und übersinnlichen Wahrnehmungen gestellt.
Jeder, der mit meiner Arbeit vertraut ist, erkennt, dass sie zum Großteil völlig vernünftig und
praxisnah ist, während sie gleichzeitig Orientierungspläne, Perspektiven und Gedächtnisstützen zur Verbindung des Konventionellen mit dem Transzendenten liefert – so als ob man den Kopf zwischen die Wolken steckt und gleichzeitig die Füße am Boden behält.
Während die Anhänger des New Age vom Licht fasziniert sind, müssen Krieger ihrem Schatten gegenübertreten. New Age- Anhänger glauben an Engel, Krieger kämpfen gegen ihre Teufel. New Age Anhänger erscheinen idealistisch, Krieger müssen realistisch sein. Carl Jung schrieb, dass „Erleuchtung nicht darin besteht, leuchtende Formen und Visionen zu sehen, sondern, das Dunkle sichtbar zu machen. Die letztere Vorgangsweise ist jedoch viel schwieriger und daher unpopulär“. Das erklärt, warum ich persönlich mich nicht mit dem New Age identifiziere, auch wenn es das Regal ist, in das die meisten Buchhändler aus unerklärlichen Gründen meine Bücher einordnen.
Doch jetzt, da ich Großvater bin, erwarte ich, dass die Buchhandlungen meine Bücher von der Abteilung „New Age“ ins „Mittelalter“ stellen.

12) Hast du jemals Richard Bach, Carlos Castaneda oder James Redfield gelesen? Die Werke dieser Autoren scheinen viele Gemeinsamkeiten in ihren Modellen bezüglich der Ideale des persönlichen Wachstums und Bewusstseins aufzuweisen. Was denkst du über ihre Arbeiten?

Ich habe Richard Bachs Erzählungen gelesen und genossen und auch die ersten Bücher Carlos Castanedas (Ich traf Carlos Castaneda 1972, sprach kurz mit ihm und fand ihn einen sehr charismatischen Menschen). Obgleich das Buch von James Redfield Die Prophezeiungen von Celestine in mir keine Saite zum Schwingen gebracht hat, so hat es doch einen gewaltigen Leserkreis erreicht. Die Vielfalt von Schriftstellern, welche verschiedenste Perspektiven des Lebens betrachten, scheint mir etwas Positives zu sein, da sich die Leser auf unterschiedlichen Stufen der Aufnahmebereitschaft und des Verstehens befinden.
Diejenigen, die glauben, dass wir alle „im Grunde dasselbe aussagen“, sollten genauer lesen. Motorrad, Lastwagen, Sportwagen sind alles Fahrzeuge, und dennoch erfüllt jedes einen anderen Verwendungszweck. So ist es auch mit Lehrern und Lehren. Wir sind wie Radiostationen, jeder sendet mit unterschiedlicher Frequenz, und verschiedene Menschen stellen unterschiedliche Sender ein (und manche Menschen zappen zwischen den Kanälen).
Kurz gesagt: Es gibt nur ein Licht, aber viele Lampen. Jeder Schriftsteller vertritt einen einzigartigen Standpunkt. Es gibt Platz genug für uns alle.

 
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